Judo, was ist das?

 

Judo ist eine moderne Kampfsportart aus Japan.
Judo ist für Mädchen und Jungen, Frauen und Männer jeglicher Altersstufe geeignet!
Trainiert wird auf einer speziellen Judomatte, die dem  Judoka das gefahrlose Fallen ermöglicht.

Im Judo üben wir Wurf- und Grifftechniken, keine Schlagtechniken!

Was hat man davon?

Judo…

  • …fördert die Reaktionsfähigkeit, Kraft und Gewandtheit
  • …stärkt das Selbstbewusstsein
  • …erzieht zur Höflichkeit, Achtung, Rücksichtnahme und 
        Aufmerksamkeit gegenüber den Mitmenschen
  • …baut Stress ab, steigert das Wohlbefinden

 

Wer kann mitmachen?

Eigentlich alle! Besondere körperliche
Voraussetzungen braucht man nicht.

Einen speziellen Judotyp gibt es auch nicht.

Aber: Wer lange nicht sportlich aktiv oder krank war,
sollte vorher den Rat eines Arztes einholen.
 

Was braucht man dafür?

Für die ersten Übungsstunden
reicht ein gewöhnlicher Trainingsanzug.
Danach wird in einem Judo-Gi trainiert
(weißer Baumwollanzug, bestehend aus Jacke,
Hose und Gürtel).
Der Anfängeranzug kostet im Durchschnitt
zwischen 25 € und 40 €.

 

 

Welchen Sinn haben Gürtelfarben?

Bei dem Judogürtel (japanisch Obi) handelt es sich ausschließlich um eine Rangordnung im Judosport. Durch Prüfungen kann der Judoka sein Können unter Beweis stellen und somit immer einen Gürtel in der Reihenfolge aufsteigen. Ein neuer Judoka bekommt mit dem Judoanzug einen weißen Gürtel der aussagt, dass er Anfänger ist und noch keine Prüfung bestanden hat. Ziel sollte es für jeden Judoka sein, alle Gürtelprüfungen mit guten Techniken zu bestehen.
 

Graduierung Farbe Bemerkung
8. Kyu weiß-gelb niedrigster Schülergrad
7. Kyu gelb  
6. Kyu gelb-orange  
5. Kyu orange  
4. Kyu orange-grün  
3. Kyu grün  
2. Kyu blau  
1. Kyu braun höchster Schülergrad
1. Dan schwarz Meistergrad
2. Dan schwarz Meistergrad
3. Dan schwarz Meistergrad
4. Dan schwarz Meistergrad
5. Dan schwarz Meistergrad
6. Dan rot-weiß ab diesem Meistergrad können Gürtel ausschließlich verliehen werden!

Ursprünge des Judo

Jigoro Kano

Jigoro Kano der "Erfinder" des Judo

Wie Judo entstand und sich durchsetzte – Judo im heutigen Japan 

Mit dem Ende der Tokugawa-Zeit und der Öffnung Japans kam es auch zu starken Veränderungen in der japanischen Gesellschaft. Durch die Meiji-Reform kam es zu einer Fülle von staatlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Reformen. Die japanischen Künste wurden stark zurückgedrängt alles „westliche“ hatte Vorrang. Doch schon zu Beginn der achtziger Jahre gab es eine Rückbesinnung im Bezug auf die geistlichen und sittlichen Werte.

Jigoro Kano (1860-1938) wuchs in diesem Japan der extremen Veränderungen auf. Er lernte Jiu-Jitsu an verschiedenen Schulen wie der Tenshinshinyo-Ryu und der Kito-Ryu.

1882 gründete Jigoro Kano seine eigene Schule, den Kodokan („Ort zum Studium des Weges“) in der Nähe des Eisho-Tempels im Stadtteil Shitaya in Tokio. Er nannte seine Kunst Judo – „der sanfte Weg“. Beim Judo befreite er die alten Jiu-Jitsu-Stile von gefährlichen Elementen. Stöße, Schläge, Tritte und viele Hebeltechniken, insbesondere die Kleingelenkhebel, wurden ersatzlos gestrichen oder in die Kata integriert. Die verbleibenden Techniken ermöglichten einen sportlichen Zweikampf, ohne dass größere Verletzungen zu befürchten waren.

Judo setzte sich in Japan allerdings erst durch, als die Schüler Kanos (zuvor Jiu-Jitsu Praktizierende) im Jahre 1886 einen regulären Kampf zwischen der Kodokan-Schule und der traditionellen Jiu-Jitsu-Schule „Ryoi-Shinto Ryu“ für sich entscheiden konnten. Aufgrund dieses Erfolges verbreitete sich Judo in Japan rasch und wurde bald bei der Polizei und der Armee eingeführt. 1911 wurde Judo an allen Mittelschulen Pflichtfach. Es wird behauptet, Kano habe das Judo durchaus als ernstzunehmende Selbstverteidigungskunst inklusive Schlägen und Fußtritten konzipiert (ohne die ein Sieg über „Ryoi-Shinto Ryu“ nicht möglich gewesen wäre).

Der berühmte japanische Regisseur Akira Kurosawa drehte seinen ersten Film Sanshiro Sugata 1943 über das Judo.

Als größter Judoka aller Zeiten gilt Masahiko Kimura, der in seiner Judolaufbahn nur vier Kämpfe verlor.

 

Der Weg in den Westen

1906 kamen japanische Kriegsschiffe zu einem Freundschaftsbesuch nach Kiel. Die Gäste führten dem deutschen Kaiser ihre Nahkampfkünste vor. Wilhelm II. war begeistert und ließ seine Kadetten in der neuen Kampfkunst unterrichten. Der damals bedeutendste deutsche Schüler war der Berliner Erich Rahn, der im Jahre 1906 die erste deutsche Jiu-Jitsu-Schule gründete. Weitere Pioniere im Judo sind Alfred Rhode und Heinrich Frantzen (Köln). 1926 fanden in Köln im Rahmen der 2. Deutschen Kampfspiele die ersten Deutschen Judo (Jiu-Jitsu)-Meisterschaften statt. 1932 wurde im Frankfurter Waldstadion die erste internationale Judo-Sommerschule durchgeführt. Anlässlich der Judo-Sommerschule wurde am 11. August 1932 der Deutsche Judo-Ring gegründet. Erster Vorsitzender wurde Alfred Rhode. Der Begriff Judo setzt sich, wie schon im restlichen Europa, auch in Deutschland durch. 1933 besuchte Jigoro Kano mit einigen Schülern auf einer Europareise auch Deutschland und gab Lehrgänge in Berlin und München.

Nach dem 2.Weltkrieg war Judo bis 1948 durch die Alliierten verboten. 1951 fanden in Frankfurt die ersten Deutschen Meisterschaften nach dem 2.Weltkrieg wieder statt. 1952 wurde das Deutsche Dan-Kollegium (DDK) (Vorsitz: Alfred Rhode) und 1953 der Deutsche Judobund (Vorsitz: Heinrich Frantzen) gegründet. 1970 wurden in Rüsselsheim die ersten Deutschen Meisterschaften der Frauen ausgerichtet.

Bei den Olympischen Spielen in Tokio, 1964, war Judo erstmals als olympischer Sport zu sehen.

Heute wird Judo in über 150 Ländern ausgeübt und ist damit die weitest verbreitete Kampfsportart der Welt.